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Wir schalten das Radio oder Fernsehen ein - Corona
Wir schlagen die Tageszeitung auf - Corona
Wir treffen unsere Nachbarn vor der Haustür - Corona
Wir telefonieren mit Familie, Freunden und Bekannten - Corona

Nach gut einem Jahr Pandemie; erster, zweiter, dritter Welle; Abstandsregeln; Lockdown; Öffnungen; Lockdown-Light; Homeoffice; Ausgangssperre; Beschränkungen; Demonstrationen; Bußgeldern; geschlossenen Kindergärten und Schulen und nun schleppend voranschreitenden Impfungen mit vielfältigen Schuldzuweisungen…..wen wundert es?

Viele Menschen sind müde und haben die Nase voll!

Wie hat sich unser tägliches Leben während der Corona-Pandemie verändert?

corona masqueFür Rentner, Singles und Familien : Lebensmittel einzukaufen ist oft die einzige Gelegenheit, andere Menschen zu sehen. Am Anfang war es sehr schwierig Klopapier oder Hefe oder Nudeln zu bekommen, immer war alles ausverkauft! Viel mehr als sonst machen Menschen Spaziergänge im Wald, entdecken die Lust am Wandern oder Fahrradfahren mit extra neu gekauften Fahrrädern. Manche schaffen sich auch einen Hund an und haben somit einen Grund, die Ausgangsperre zu umgehen. Zuhause werden häufig neue Koch- und Backrezepte ausprobiert, die Wohnung renoviert, Keller und Garage entrümpelt, der Garten umgewälzt oder ein Hochbeet auf den Balkon gestellt.

 

 

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Für Familien mit mehreren Kindern ist die Corona-Zeit eine große Herausforderung. Homeoffice der Eltern und Homeschooling der Kinder gleichzeitig zuhause ist räumlich, technisch und nervlich schwierig zu gestalten. Schüler werden im Homeschooling mit mehr oder weniger Unterrichtsmaterial digital oder in Papierform (Grundschüler) versorgt. Die Eltern müssen, sofern sie es können, ihre Kinder unterstützen. Anfangs mussten viele Schüler erst mit Geräten (Notebooks, Tablets, Drucker) ausgestattet werden. Nur langsam klappt der virtuelle Unterricht besser. Schülern fehlt aber der Kontakt zu Freunden und Mitschülern. Lernen in der Gruppe ist nicht möglich. Die Lernlücken bei vielen Kindern und Jugendlichen werden immer größer. Manche Kinder nehmen in ihrer psychosozialen Entwicklung Schaden. Hinzu kommen in vielen Familien Langeweile, häusliche Gewalt, Zukunfts- und Geldsorgen. Es gibt aber auch Familien, in denen der komplizierte Tagesablauf gut organisiert und strukturiert ist, gemeinsam gekocht wird, die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden können, freie Zeit mit gemeinsamen Spielen und Spaziergängen verbracht wird.

Für Berufstätige : Wo es möglich ist, sollte Homeoffice umgesetzt werden. In vielen Branchen ist dies aber nicht möglich. Bei der Post wird z. B. in den Brief- und Paketzentren nur mit Mundschutz gearbeitet und seit Anfang des Jahres gibt es Schnelltests für die Mitarbeiter. Postzusteller stellen ohne Kontakt zu den Empfängern die Pakete vor der Haustüre ab.

Für Studierende: Da auch alle Universitäten geschlossen und nur online unterrichten, wohnen viele Studierende (wieder oder noch) zuhause bei den Eltern, So sitzen sie den ganzen Tag vor dem Computer und haben keine Möglichkeit, andere Kommilitonen kennenzulernen oder sich in realem Kontakt mit ihnen auszutauschen.

Regeln

corona tenteRegeln Auf Grund des Föderalismus in Deutschland gibt es viele unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern. So gelten nicht alle von der Regierung beschlossenen Maßnahmen in allen Bundesländern gleichermaßen.

Natürlich gibt es Kritik an der Politik. Pannen treten überall auf, vor allem wenn kurzfristige Entscheidungen zu treffen sind. Aber wollen wir deshalb weg von unserem föderalistischen System? Machen es die zentralistisch gesteuerten Länder wirklich besser als wir?

An den Osterfeiertagen fanden in Stuttgart und Umgebung wieder Demonstrationen von „Querdenkern“ gegen die Corona-Auflagen der Regierungen der Länder und des Bundes statt. Dabei wurden weder Abstände eingehalten noch Masken getragen. Plakate und überwiegend groteske Aussagen der Teilnehmer wollten den Bürgern weis machen, dass wegen der Pandemie nur in Deutschland Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen angeordnet worden wären.

Die Demonstranten verachten damit die Menschen, die sich um Erkrankte kümmern und sich ggf. selbst dabei mit dem Virus anstecken. Was bezwecken die Veranstalter solcher Demos? Geht es ihnen wirklich um die Einschränkungen, die die Ausbreitung von Corona eingrenzen soll?

Verzichten die Corona-Leugner eigentlich auf medizinische Behandlung im Falle einer Ansteckung mit dem Virus?

Persönliche Einschränkungen

Uns persönlich fehlt die selbstbestimmbare Freiheit für spontane Unternehmungen; mit Familie/Freunden treffen; ins Restaurant oder Biergarten essen gehen; Kino, Theater und Konzert besuchen; Hochzeiten und Geburtstage mit vielen Verwandten und Freunden feiern; sich sportlich gemeinsam betätigen indoor/outdoor; Wochenendausflüge mit Übernachtung; Urlaub im Ausland; Partnertreffen in der Jumelages durchführen u.v.m.

Hoffnung

Wir sind dankbar, dass wir vor der Krankheit verschont geblieben sind und dass wir keine gravierenden Folgen der Pandemie tragen müssen, Familie und Freunde sind insgesamt eher näher zusammengewachsen. Wir schätzen wieder mehr, was davor zwischen Terminen und der vielen täglichen Hektik untergegangen war. Man freut sich über Kleinigkeiten.

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Die große Hoffnung in allen Ländern liegt bei den Impfstoffen. Langsam gibt es immer mehr davon, so dass wir bis zum Herbst/Winter größtenteils geimpft sein werden - wenn uns die Mutationen keinen Strich durch die Rechnung machen.

Aber dann …..wie wunderbar! Es gibt Vieles für jeden einzelnen nachzuholen und natürlich auch in der Jumelages. Jeder sehnt sich schon jetzt sehr danach!

Trotz allem Schrecklichen, was die Pandemie mit sich brachte und noch bringen wird, einige positive Effekte könnten gerne beibehalten werden: z.B. weiterhin gewisse Distanz in Geschäften halten, mehr Homeoffice wo es möglich ist, schnellere Digitalisierung der Schulen, weniger berufliche Flugreisen, Online-Sprachkursangebote innerhalb der Jumelages, regelmäßige Videokonferenzen innerhalb von Partnersektionen der Jumelages...

Wir erahnen nun schon das Licht am Ende des Tunnels, auch wenn wir noch innerhalb des Tunnels ein paar Kurven fahren müssen.

Unser Wunsch an alle, mit denen wir freundschaftlich verbunden sind:
bleiben Sie vorsichtig, positiv, gelassen und bleiben Sie gesund!

 

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Michaela Alber

Sektion Böblingen-Tübingen

 

Edeltraud Hübner

Sektion Stuttgart